Wie leben robuste Ponys gern?

Exmoor-Ponys sind sehr ursprünglich erhalten geblieben samt ihren Ansprüchen an Fütterung und Lebensumstände:

viel Bewegung an frischer Luft

Freunde

Ernährung durch strukturreiches Raufutter
Für die Umsetzung dieser Ansprüche eignen sich weder Boxenhaltung (auch nicht mit stundenweisem Auslauf) noch satte Weiden rund um die Uhr. Stattdessen ist die Möglichkeit erforderlich, sich im Rahmen einer Herde jederzeit auch im Galopp bewegen zu können. Und unverzichtbar ist die Zuteilung von Grundfutter in der Leistung angepasster Menge. Wie das jeweils gelingt, hängt von den Möglichkeiten vor Ort ab und von der Fantasie und Leidenschaft der Pferdehalter. Es gibt aber Hintergrundwissen, auf das man aufbauen kann.

Raufutter:

Robuste Rassen sind darauf eingerichtet, viel Nährwert aus rauem faserreichen Steppengras zu ziehen. Sie benötigen zur Erhaltung und zum Gesund-Bleiben sehr viel weniger Energiezufuhr als ein modernes Sportpferd, das ca. 63 MJ / Tag benötigt. Da unsere intensiv bewirtschafteten Grünlandflächen aber auf die Versorgung von Hochleistungs-Milchvieh ausgerichtet sind, ist das hierzulande vielfach angebotene Gras und Heu ungeeignet für ein leichtfuttriges Steppentier - sog. Wohlstandskrankheiten sind auch bei unseren Ponys die Folge. Es gilt also, das passende Heu zu finden.
die Fotos diese Seite zeigen 1 Exmoor, 1 Shetty-Mix, 1 Welsh B

Was ist "gutes Heu"?

Grün? Zart? Breite Blätter? Lange Stängel? "Viele" Inhalte?? Weil hierüber zwischen Landwirt, Stallbetreiber, Pferdebesitzer und Pferd die Meinungen weit auseinander gehen, verweise ich auf einen guten Artikel von Frau Dr. Vanselow, der auf der Seite der VfD verlinkt ist. Sie finden den Text - und weitere wichtige Info - hier.

Auch die Reiter Revue veröffentlichte sehr gute Texte zu Gras, Fruktan, Stärke.

Wer tiefer in's Thema einsteigen möchte, kann das hier tun.

Zur Fütterung gehört also mehr, als den Ponys rund um die Uhr Gras oder Heu bereitzustellen - zur Fütterung gehört eine Rationierung. Überversorung führt auch bei Ponys zu Wohlstandskrankheiten, die mit - nicht nur lästigen - Beschwerden einhergehen, sondern durchaus tödlich enden können. Hufrehe aufgrund von EMS aufgrund von Überfütterung ist leider keine Seltenheit.

Freilandhaltung:

In freier Natur ist das Nahrungsangebot nicht in einem praktischen Feeder rund um die Uhr leicht verfügbar, sondern es muss gerupft werden wo es wächst. Um genügend Raufutter aufzunehmen, legen freilebende Pferde 15-20 km pro Tag zurück. Dann stehen Nahrungsangebot und Bewegung (mit dem Kopf am Boden) in einem gesunden Verhältnis.
Zum Gesundbleiben gehört die Bewegung unverzichtbar dazu. Sie ist maßgeblich für die Gelenkflüssigkeit, für den Stoffwechsel, für die Benutzung von Rücken- und Bauchmuskulatur und nicht zuletzt für die Hufe. Bei ihnen geht es nicht nur um Abnutzung, sondern um Bewegung in der Hornkapsel, um den Hufmechanismus.

Diese erforderliche Bewegung ist nicht durch Reitsport zu erzielen, sondern soll im Schritt erfolgen mit tiefem Kopf. Und sie ist in keiner Form von Stallhaltung zu erzielen! Das Pferd muss raus und dort der Natur nachempfundene Bewegungsanreize vorfinden - in einem 6 x 10 m Paddock steht es bewegungslos rum. Ein Auslauf muss also groß genug sein, damit das Pferd auf Erkundung geht, und er muss Anreize bieten z.B. in Form von Futterplätzen.

Verschiedene Haltungskonzepte haben diese Ideen aufgenommen und mehr oder weniger umgesetzt :

Offenstall oder Laufstall bieten den Pferden Gruppenhaltung und freien Zugang nach draußen. Oftmals aber stehen die Pferde gemeinsam am Feeder oder Heunetz und außer kurzen Spielphasen bewegen sie sich nicht. Immerhin haben sie frische Luft und Freunde.

Aktivstall oder Bewegungsstall versuchen, mit technischen Lösungen für mehr Bewegungsanreize zu sorgen. In der Hoffnung auf ihre Heu- oder Haferrationen wandern die Pferde zu den verschiedenen Stationen, in denen sich für sie die Schüssel öffnet - oder nicht. Dann müssen sie eine weitere Runde drehen und es noch mal versuchen. Leider sind die zurückzulegenden Strecken oftmals sehr kurz: wenn das Pferd 30 m gehen muss, und danach wieder vor der Futterstation ankommt, ist rumstehen immer noch die Hauptbeschäftigung.

Paddock Trail oder Paddock Paradise oder Rundlauf stellen den Aufenthalt draußen und die zurückzulegende Strecke ganz oben auf den Forderungskatalog. Mit Pferdekenntnis und Fantasie wird für den Weg, auf dem die Pferde sich aufhalten, ein Streckenverlauf konzipiert, der zum häufigen Umrunden des Trails animiert. Die Platzierung von Raufutterstationen, Wälzplatz, Wasser, Salzleckstein, Gebüsch sowie die Ausgestaltung mit verschiedenen Bodenverhältnissen simuliert die Lebensumstände freilebender Pferde so weit wie nur möglich. GPS-Messungen ergeben, dass je nach Trail-Länge und Gruppenkonstellation durchaus um 10 km/Tag oder mehr zurückgelegt werden. Mehr dazu entsteht z.B. hier

www.paddock-trail.de und zum Miterleben kann man bei The Natural Horse auf Shania den Trail entlangreiten. Ganz viel Info und Beispiele beim Gut Heinrichshof.
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Exmoor-Pony als Freizeitpartner